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PC-Klinik verstößt gegen Genfer Konvention

Es hatte alles so gut angefangen: der Rüsselsheimer PC-Fachhändler Computertechnik Neuderth beschriftete seinen neuen Firmenwagen, ausgerichtet nach seiner Haupttätigkeit, mit „PC-Klinik“.

Sicher ist die Ähnlichkeit der Lackierung mit einem Rettungswagen kein Zufall. U.A. zieren neben dem großen Schriftzug „PC-Klinik“ auch 3 Rote-Kreuz-Symbole die Seiten und das Heck des Einsatzwagens.

Kurzum, die Lackierung erfüllte genau Ihren Zweck: „Der Wagen ist ein echter „Hingucker“. Auch die „Patienten“, sprich Kunden der Firma fanden den „Notarztwagen“ toll.

Aber, wie sagt das Sprichwort so treffend: „Es kann der Bravste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt.“ Am 29.3.03 erschien ein Miniartikel mit dem Titel „Falsches rotes Kreuz“, unterzeichnet mit „Opelix“ in der Main-Spitze.

In dem Artikel berichtet Obelix von einem Autofahrer, der im Rückspiegel ein „Einsatzfahrzeug“ mit Rotem Kreuz und dem Schriftzug „Klinik“ gesehen habe wollte. Das „PC“ aus dem Wort „PC-Klinik“ übersah er dabei geflissentlich. Dafür gelang es ihm wohl um die Ecke zu sehen und das seitlich (oder gar das rückwärtige ?!) Rote Kreuz zu sehen. In dem Artikel war dann noch von „Gesetz“ und „Ordnungswidrigkeit“ die Rede.

Praktisch Zeitgleich mit dem Verfassen des Artikels geht beim Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin eine entsprechende Anzeige über das Fahrzeug der PC-Klinik ein. Es folgt ein Schreiben des Generalsekretariats an den Rüsselsheimer Unternehmer: „… dass nach Artikel 44 des I. Genfer Rotkreuz-Abkommens nur Sanitätseinheiten der nationalen Streitkräfte, die Organisation des IRK … berechtigt sind  … Wahrzeichen des Roten Kreuzes zu verwenden.“ Und, ähnlich wie in dem Artikel angekündigt, ist von Gesetzen und Ordnungswidrigkeiten die Rede.

Der Inhaber der Fa., Dipl.-Ing. Rainer Neuderth, mit einem gewissen Schmunzeln, dazu: „Auch wenn wir die Genfer Konvention gar nicht unterzeichnet haben, und das strittige Symbol im täglichen Leben ständig in Prospekten, Büchern, Zeitschriften und Programmen quasi umgangssprachlich als „Hilfe- und Hinweissymbol“ verwendet wird, werden wir uns mit dem Berliner Generalsekretariat nicht streiten.“

Zwischenzeitlich wurden die Kreuze im Einvernehmen mit dem DRK gegen rote „X“ ausgetauscht. Hr. Neuderth weiter:“ In der schweren wirtschaftlichen Situation brauchen wir kreative Ideen und peppige Werbung, sonst können wir die Arbeitsplätze nicht halten. Leider gibt es immer mehr Bürokraten und Denunzianten, die den Unternehmen Knüppel zwischen die Beine werfen. – Das ist kindisch, wie im Sandkasten, wo das eine Kind das Andere schlägt, nur weil das Andere ein schönes Spielzeug hat.“

 

Bild: Stein des Anstoßes: Der „Einsatzwagen“ der PC-Klinik, hier noch mit dem umstritten Rot-Kreuz-Symbol, das inzwischen weichen musste.

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